Was passiert bei einem Sehtest? Verstehen Sie den Ablauf, bevor Sie eine Brille kaufen

Was passiert bei einem Sehtest? Verstehen Sie den Ablauf, bevor Sie eine Brille kaufen

Ein Sehtest ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer passenden Brille – doch viele wissen gar nicht genau, was dabei eigentlich passiert. Ein Sehtest ist weit mehr als nur das Ablesen von Buchstaben auf einer Tafel. Er liefert ein genaues Bild davon, wie Ihre Augen arbeiten, und hilft der Optikerin oder dem Optiker, die richtige Sehstärke und eventuelle Besonderheiten zu bestimmen. Hier erfahren Sie, wie ein Sehtest in Deutschland abläuft und was Sie erwarten können, wenn Sie beim Optiker Platz nehmen.
Vor dem Test: Gespräch und Hintergrundinformationen
Zu Beginn steht meist ein kurzes Gespräch. Die Optikerin oder der Optiker fragt, wie Sie Ihr Sehen im Alltag erleben – etwa ob Sie Schwierigkeiten beim Lesen kleiner Schrift haben, ob Ihre Augen bei der Bildschirmarbeit schnell ermüden oder ob Sie in der Ferne unscharf sehen. Auch frühere Brillen oder Kontaktlinsen sowie eventuelle Augenkrankheiten in der Familie sind von Interesse.
Diese Informationen helfen, den Test gezielt auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen. Wer beispielsweise viel am Computer arbeitet, benötigt oft spezielle Gläser, die auf mittlere Entfernungen optimiert sind.
Messung der Sehstärke
Der eigentliche Sehtest besteht aus mehreren Schritten. Zunächst erfolgt eine objektive Messung mit einem sogenannten Autorefraktometer. Dieses Gerät sendet Licht in das Auge und misst, wie es reflektiert wird. So erhält der Optiker einen ersten Anhaltspunkt für Ihre Sehstärke.
Anschließend folgt die subjektive Messung. Dabei lesen Sie Buchstaben oder Symbole in verschiedenen Größen von einer Tafel ab, während der Optiker verschiedene Linsen vor Ihre Augen schaltet. Sie geben an, mit welcher Linse Sie am besten sehen. Auf diese Weise wird die Stärke individuell feinjustiert, bis das Ergebnis optimal zu Ihnen passt.
Prüfung des beidäugigen Sehens und der Augenbewegungen
Gutes Sehen bedeutet nicht nur Schärfe, sondern auch, dass beide Augen harmonisch zusammenarbeiten. Deshalb wird häufig das binokulare Sehen überprüft – also, ob Ihre Augen gemeinsam auf denselben Punkt fokussieren. Wenn das Zusammenspiel nicht optimal ist, kann das zu Kopfschmerzen, Doppelbildern oder schneller Ermüdung führen, besonders beim Lesen oder bei Bildschirmarbeit.
Manchmal wird zusätzlich eine Konvergenzprüfung durchgeführt. Dabei folgen Sie mit den Augen einem Objekt, das sich Ihrer Nase nähert. So lässt sich feststellen, wie gut Ihre Augen auf nahe Distanzen fokussieren können.
Augeninnendruck und Gesundheitscheck
Viele Optikerinnen und Optiker in Deutschland bieten im Rahmen des Sehtests auch einen Gesundheitscheck der Augen an. Dabei kann der Augeninnendruck gemessen werden, um frühzeitig Anzeichen für ein Glaukom (grüner Star) zu erkennen. Häufig werden auch Aufnahmen der Netzhaut gemacht, um den allgemeinen Zustand des Auges zu beurteilen. Diese Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern nur wenige Minuten, können aber entscheidend sein, um Probleme frühzeitig zu entdecken.
Sollte der Optiker Auffälligkeiten feststellen, werden Sie an eine Augenärztin oder einen Augenarzt überwiesen.
Das Ergebnis: Ihr Sehprofil
Nach Abschluss des Tests bespricht der Optiker die Ergebnisse mit Ihnen. Sie erfahren, ob Sie eine Brille benötigen und welche Stärke für Ihre Augen passend ist. Die Messung zeigt auch, ob Sie kurzsichtig, weitsichtig oder von einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) betroffen sind. Ab etwa 40 Jahren kann zudem eine Gleitsicht- oder Lesebrille sinnvoll sein, um sowohl in der Nähe als auch in der Ferne scharf zu sehen.
Anschließend berät Sie der Optiker zu passenden Gläsern und Fassungen – etwa zu leichten Materialien, entspiegelten Gläsern oder speziellen Bildschirmbrillen.
Wie lange dauert ein Sehtest?
Ein gründlicher Sehtest dauert in der Regel zwischen 20 und 40 Minuten, je nach Umfang der Untersuchung. Planen Sie etwas zusätzliche Zeit ein, falls Sie im Anschluss gleich eine Brille auswählen möchten. Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig, aber wenn Sie Kontaktlinsen tragen, kann es sein, dass Sie diese vor dem Test herausnehmen müssen.
Wie oft sollte man die Augen prüfen lassen?
Auch wenn Sie keine Beschwerden haben, ist es ratsam, das Sehvermögen regelmäßig überprüfen zu lassen. Für Erwachsene wird meist ein Test alle zwei Jahre empfohlen. Kinder und Jugendliche sollten häufiger kontrolliert werden, da sich ihr Sehvermögen schneller verändert. Wenn Sie plötzlich verschwommen sehen, Doppelbilder bemerken oder häufig Kopfschmerzen haben, sollten Sie sofort einen Termin vereinbaren.
Ein Sehtest – der erste Schritt zu besserem Sehen
Ein Sehtest ist einfach, schmerzfrei und wichtig, um sicherzustellen, dass Ihre Augen gesund sind und Sie so klar wie möglich sehen. Er liefert nicht nur die Grundlage für die richtige Brillenstärke, sondern auch wertvolle Hinweise auf Ihre Augengesundheit. Mit einem präzisen Ergebnis können Sie anschließend die Brille wählen, die perfekt zu Ihnen passt – in Stärke, Komfort und Stil.










